Die Technik des neuen Bechstein-Flügels in St. Georg
Der C. Bechstein wurde 1898 in Berlin gebaut und ist damit noch ein Instrument aus der Hand des legendären Gründers Carl Bechstein. Bis zu seinem Tod 1899 hat er jeden Flügel persönlich begleitet und abgenommen. Die Mechanik ist die sogenannte Bechstein Patentmechanik, die Carl Bechstein mit der Absicht entwickelte, die Reibung, und damit die Spielschwere und den Druckpunkt der Tasten maximal zu reduzieren. Korrekt eingestellt ist sie ausgesprochen leichtgängig und erlaubt Nuancierungen ins Feinste. Damit passt sie zur gesamten Konstruktion, welche Klangschönheit, Ausgewogenheit und Durchhörbarkeit höher als Lautstärke bewertet. Da es für Klavierbauer anspruchsvoll ist, die Bechstein Patentmechanik zu regulieren, wurde sie ab Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr hergestellt. Heute gibt es nur noch wenige Klavierbauer, die Geduld und Wissen für diese Mechanik aufbringen.
Unser C. Bechstein hat die Länge von 203 cm, das Modell hat die Bezeichnung römisch fünf, V. Mit seinen Maßen ist er bereits ein Konzertflügel für kleine Säle, mit vollem Bassklang und Tragweite. Der C. Bechstein V wurde von den Klavierbauern der Klinkenberg Pianoforte neu aufgebaut. So dass er praktisch dasteht, wie er 1898 in Berlin aus dem Werk gekommen ist. Hierbei wurden die originalen Hammerköpfe für einen authentischen, romantischen Klang belassen, in Form gebracht und intoniert. Claudia Klinkenberg, selbst eine erfahrene Konzertpianistin, legt viel Wert darauf, jedes Instrument in seinem individuellen Charakter wieder erklingen zu lassen.
Text: Peter Ackermann












