Er ist mir läs­tig, der Gedan­ke, dass ich ver­gäng­lich bin wie die Blu­me, das Gras und das Holz.
Ich möch­te ihn ver­drän­gen, den Gedan­ken an mei­ne Sterb­lich­keit,
obgleich mir die Ver­gäng­lich­keit täg­lich begeg­net in der Natur.
Die Blü­te von ges­tern ist heu­te ver­welkt,
das Holz vom Vor­jahr ist jetzt morsch und zer­fällt.
Die Wis­sen­schaft­ler sagen, das sei der Über­gang von einem Zustand in einen ande­ren,
von einer Form der Mate­rie in eine ande­re:
was bleibt ist die Ener­gie.
So hast du dei­ne Schöp­fung gewollt, Gott, als ste­tes Kom­men und Gehen,
als immer wäh­ren­des Hin­ge­hen und Auf­er­ste­hen,
als Been­den und Neu­an­fan­gen,
als Ster­ben und Neu­le­ben.
Auch ich bin ein Teil dei­ner Schöp­fung, Gott,
und ich ver­las­se mich dar­auf, dass du auch mei­nem Leben, dem du das Ster­ben zumu­test,
eine ande­re Welt eröff­nest und dass es auf­ge­ho­ben ist in dir,
der du Leben, Licht und Lie­be bist.

Mar­ga­re­te Walke