ERNTE

In allen Far­ben und For­men wach­sen dir Früch­te ent­ge­gen, Gott,
um dir zu dan­ken für ihr Dasein: gro­ße süße, saf­ti­ge Früch­te, pral­le flei­schi­ge Früchte.
Man­che sind gewach­sen durch unse­rer Hän­de Arbeit,
ande­re, weil ihr Baum schon lan­ge da steht.
Dann sind da noch die wil­den Früch­te an Büschen und Bäumen,
die klei­nen roten, schwar­zen und braunen,
die für die Samm­ler und die für die Vögel.
Und noch die ganz klei­nen, die Kör­ner und Samen, die aus ihren Kap­seln rollen.
Welch eine Fül­le in die­ser dei­ner Welt!
Ob wir zur Zeit unse­rer Lebens­ern­te eine ähn­li­che Fül­le an Früch­ten dir ent­ge­gen­brin­gen kön­nen, Gott?
Süße und saf­ti­ge, gro­ße und klei­ne aus den ver­schie­de­nen Land­schaf­ten unse­rer Zeit?
Viel­leicht wer­den man­che nicht aus­rei­fen, zurück­blei­ben oder erst im Ansatz sein.
Du, Gott, weißt um ihren Wert.
Auch wenn Men­schen an ihnen vor­bei­ge­gan­gen sind,
sie nicht wahr­ge­nom­men haben, sie miss­ach­tet haben -
du kennst ihr müh­sa­mes Wach­sen und ihre Sehn­sucht nach Vollendung.
Gib allen unse­ren Früch­ten die Son­ne dei­ner Liebe:
viel­leicht kön­nen sie noch Far­be anset­zen, bis du sie in dei­ne Scha­len sammelst.

Mar­ga­re­te Walke