Foto: Gott­fried Gra­fe, commons.wikim

Moni­ka wur­de um 332 als Toch­ter einer christ­li­chen Fami­lie in Tag­as­te, heu­te Souq Ahr­as in Alge­ri­en, gebo­ren. Sie wur­de mit einem vor­neh­men heid­ni­schen Mann namens Patri­ci­us ver­hei­ra­tet und hat­te mit ihm min­des­tens drei Kin­der, dar­un­ter Augustinus.

Moni­ka muss eine mensch­lich und reli­gi­ös star­ke Per­sön­lich­keit gewe­sen sein. Es gelang ihr, ihren jäh­zor­ni­gen und ehe­bre­che­ri­schen Mann zum christ­li­chen Glau­ben zu bekeh­ren. Auch ihren Sohn Augus­ti­nus hat sie moti­viert, sich für die Tau­fe zu bewer­ben. Doch dann muss­te sie erle­ben, dass Augus­ti­nus sich ihr ent­zog und wie sein Vater ein aus­schwei­fen­des Leben führte.

Als Augus­ti­nus nach Kar­tha­go umzog und sich den Manich­ä­ern anschloss, einer damals moder­nen phi­lo­so­phi­schen Sek­te, brach Moni­ka den äuße­ren Kon­takt mit ihm ab. Aber wie Müt­tern nie das Schick­sal ihrer Kin­der egal ist, beglei­te­te sie sei­nen wei­te­ren Weg hof­fend und im Gebet „mit Güte, Zähig­keit, wenn es sein muss(te) auch mit Här­te“ (E. Dassmann).

Augus­ti­nus war die Sor­ge sei­ner Mut­ter wohl läs­tig, und er ent­zog sich ihr durch die heim­li­che Flucht über das Mit­tel­meer nach Rom. Dort lehr­te er als Pro­fes­sor für Rhe­to­rik, bis er eine neue Stel­le in Mai­land fand, wohin Moni­ka ihm wie­der folg­te und wo sie ihn mit dem Bischof Ambro­si­us in Kon­takt brach­te. Ambro­si­us war ein klu­ger, gelehr­ter und from­mer Seel­sor­ger, der gut pre­di­gen konn­te und in sei­ner Kir­che die Musik pfleg­te. Ambro­si­us hat auch sel­ber zahl­rei­che Hym­nen gedich­tet, die bis heu­te gesun­gen wer­den. Unter sei­nem Ein­fluss fand Augus­ti­nus im Alter von 33 Jah­ren zum katho­li­schen Glau­ben. Er ließ sich auf den Men­schen Jesus Chris­tus als Weg zum Einen Gott ein und emp­fing Ostern 387 von Ambro­si­us in Mai­land die Taufe.

Ein hal­bes Jahr nach Augus­tins Bekeh­rung und Tau­fe woll­ten Moni­ka, Augus­ti­nus und ihr Gefol­ge zurück nach Nord­afri­ka rei­sen. Doch Moni­ka starb noch vor der Abrei­se in der Hafen­stadt Ostia.

Im neun­ten Buch sei­ner „Bekennt­nis­se“, der wohl berühm­tes­ten Auto­bio­gra­fie der Anti­ke, beschreibt Augus­ti­nus den Tod sei­ner Mut­ter und sei­ne Trau­er um sie. Er über­lie­fert auch eini­ge bio­gra­fi­sche Details über Moni­ka. Zum Bei­spiel schreibt er, dass Moni­ka weni­ger von ihren Eltern als von einer in der Fami­lie hoch geach­te­ten alten Die­ne­rin erzo­gen wur­de. Die­se habe Moni­ka und ihren Schwes­tern ver­bo­ten, außer­halb der Mahl­zei­ten zu essen und sogar Was­ser zu trin­ken. Moni­ka habe sich ein­mal einen hef­ti­gen Streit mit der Skla­vin ein­ge­han­delt, als die her­aus­be­kam, dass das Mäd­chen heim­lich an dem Wein nipp­te, den sie regel­mä­ßig für die Erwach­se­nen holen muss­te. Augus­ti­nus und Moni­ka lob­ten nach­träg­lich die Stren­ge der Die­ne­rin, was als ein Hin­weis auf die aske­ti­sche Grund­ein­stel­lung der Chris­ten in der Spät­an­ti­ke gese­hen wer­den kann.

Augus­ti­nus rühmt an sei­ner Mut­ter, sie sei eine Frie­dens­stif­te­rin und dabei sehr dis­kret gewe­sen. Zwi­schen zer­strit­te­nen Bekann­ten habe sie nie­mals nach­tei­li­ge oder fal­sche Äuße­run­gen hin­ter­bracht, son­dern höchs­tens sol­che, die dem Ein­ren­ken von Kon­flik­ten gedient hätten.

Moni­kas Grab befand sich bis 1040 in der Kathe­dra­le in Ostia. Dann wur­den ihre sterb­li­chen Über­res­te nach Rom über­tra­gen, wo sie sich heu­te in einem Sar­ko­phag in der Kir­che Sant’Agostino befinden.

Die Kir­che fei­ert den Namens­tag des hei­li­gen Augus­ti­nus einen Tag nach dem sei­ner Mut­ter, am 28. August.

 Text: Nor­bert Höfer 

Foto: Hei­li­ge Moni­ka, Sili­kat­ma­le­rei auf Putz 1911–1913 von Fried­rich Stum­mel Herz–Jesu–Kirche, Ber­lin, Prenz­lau­er Berg, ost­sei­ti­ger Stirnbogen;restauriert von Gott­fried Gra­fe, der auch das Foto gemacht hat; commons.wikimedia.org 

Lite­ra­tur: Augus­ti­nus, Confessiones/Bekenntnisse, Mün­chen 31966; Ernst Dass­mann, Augus­ti­nus – Kir­chen­leh­rer und Hei­li­ger, Kohl­ham­mer 1993, und www.heiligenlexikon.de